Sohlgleite bei Treia
Sohlgleite bei Treia

Treene bei Tarpholz

Sturmbedingter Windwurf behindert das Abflussgeschehen der Treene im Bereich Tarpholz

Der Ende November 2013 brausende Sturm knickte auch an der Treene bei Tarp viele Bäume unterschiedlichen Alters und verschiedener Arten um. Bei Tarpholz brachen unter anderem am Ufer der Treene wachsende Bäume ab und fielen ins Gewässer.

Die Eigentümer entfernten die Bäume bislang nicht.

Dank der langanhaltenden Trockenheit in diesem Jahr ist der Wasserstand in der Treene deutlich geringer als im langjährigen Mittel. Folglich kam es noch nicht zu Abflussproblemen durch die im Wasser liegenden Baumstämme und das aus den Pappeln ausgetriebene Laub. In diesem und dem oberhalb liegenden Abschnitt sind die meisten Flächen in privatem Eigentum. Deshalb darf keine dauerhafte Erhöhung der mittleren Wasserspiegellage als Folge der in die Treene gebrochenen Bäume eintreten.

Der Wasser- und Bodenverband Mittlere Treene ist für die Unterhaltung und den ordnungsgemäßen Wasserabfluss zuständig. Er setzte sich mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg (kurz: UNB) in Verbindung. Es folgten Gespräche und Ortsbesichtigungen. Im August 2014 entschied die UNB, dass auf eine Vorprüfung zur FFH-Verträglichkeit verzichtet wird. Zur Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Abflusses können die Bäume aus der Treene herausgenommen werden, wenn 20 % als sogenanntes Totholz wieder eingebracht wird. Gleichzeitig wurde eine baubiologische Begleitung verfügt. Die einzige Zufahrtsmöglichkeit zur Nordwestseite der Treene wurde von der UNB nicht gestattet, da diese Wiese als FFH-Lebensraumtyp 6430, „Feuchte Hochstaudensäume der planaren bis alpinen Höhenstufen inkl. Waldsäume“, klassifiziert wurde.  

 


Hintergrund ist die zentrale Lage des betroffenen Treene-Abschnitts im FFH-Gebiet „Treene Winderatter See bis Friedrichstadt und Bollingstedter Au“ DE-1322-39. Die Treene ist als Lebensraumtyp 3260, „Fließgewässer der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis“, erfasst. Der im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes Obere Treenelandschaft erstellte Pflege- und Entwicklungsplan (Pflege- und Entwicklungsplan zum Naturschutzgroßprojekt Obere Treenelandschaft, Maßnahmenplan von Pro Regione GmbH, Flensburg, genehmigt im Jahr 2006) sieht für die Treene im Abschnitt Tarpholz das Ziel „Erhalt bzw. Schaffung eines natur­nahen durch­gängigen Fließ­gewässers“ vor. Als Maßnahmen wurde dort formuliert:

  1. Weitgehende Einstellung der Gewässer­unterhaltung. Gezielte Unterhaltungs­maßnahmen in Bereichen, in denen ein Wasserspiegelanstieg nicht toleriert werden kann (Bebauung, landwirtschaft­liche Nutzung) (Hydrologisches Gutach­ten). Verbesserung der Wasserqualität durch Verminderung von Stoffeinträgen
  2. Um das Fließverhalten zu verändern, sollten große Totholzstämme ins Gewässer eingebracht werden und sich bildende Hindernisse durch umgestürzte Bäume nicht geräumt werden. Weiterhin kann in diesem Abschnitt der Treene auch mit Kies, Steinen mittlerer Größe und einzel­nen Findlingen gearbeitet werden, die als Strömungslenker ins Gewässer einge­bracht werden. Es geht dabei darum, dass das Wasser im vorhandenen Bett sehr viel ungleichmäßiger fließt als gegenwärtig. Es sollen sich schnell strömende Gerinne und strömungsarme Bereiche herausbilden können. Dabei werden sich von selbst Kolke und Rauschen herausbilden.

 

Zukünftige Stauwirkungen durch Ansammlung von angeschwemmten Materialien oder eine erhöhte Fließgeschwindigkeit durch das eingebrachte Totholz sollen vermieden werden, da Ziel der Maßnahme nicht eine Veränderung des Abflussgeschehens, sondern eine Wiederherstellung des Zustandes vor dem Sturm war. Das Einbringen von Totholz soll die Qualität des Fließgewässers für die dort lebende Fauna verbessern, ohne wesentliche Veränderungen des Fließgeschehens zu verursachen.

Rolf Jung, Gewässerobmann des ASV Jübek, beurteilte die abgeschlossene Maßnahme als deutliche Verbesserung für viele limnische Arten. Für größere und kleinere Fischarten seien in diesem Treene-Abschnitt ausreichend Unterstände geschaffen worden bzw. sei ausreichend Material für das durch Hochwasserereignisse veränderliche System eingebracht worden.

 

Baubiologische Betreuung

Dipl.-Biol. Dr. Wiebke Sach

 

 

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